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2019 Offener Brief
 

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Forschungsprojekt der KIT - Forschungsuniversität in der Helmholz-Gemeinschaft - „Befragung Laubegast – Mobil trotz Hochwasser“
     

Auf den offenen Brief gab es von der Autoren der Befragung bisher keine Reaktion.

Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2020 hier zu finden sein.

 
An die Verfasser der „Befragung Laubegast – Mobil trotz Hochwasser“ der KIT - Forschungsuniversität in der Helmholz-Gemeinschaft

 

Das Klima verändert sich. Ob menschengemacht oder natürlichen Ursprungs, für Laubegast erhöht sich das Risiko eines extremen Hochwassers.

 

Das Thema Mobilität bei Hochwasser ist den Laubegastern sehr wichtig. Deshalb kämpfen sie seit vielen Jahren um den Ausbau der Salzburger Straße zum Rettungsweg. Über den Altelbarm ist nunmehr eine Brücke mit einer Länge von 300m geplant. Die Realisierung wird aber noch viele Jahre in Anspruch nehmen.

 

Ihre Umfrage wird nicht den erwarteten Erfolg bringen. Sie haben die falschen Ansätze und stellen die falschen Fragen. Warum haben Sie vor dem Erstellen des Bogens nicht mit Betroffenen gesprochen, welche die Hochwasser 2002 und 2013 erlebt haben?

 

Situation in Laubegast bei Hochwasser

 

Ab einem Pegel von ca. 7m beginnen die sukzessiven Abschaltungen der Energieversorgung und Kommunikationsnetze.

Bei einem Pegel von 7,20m wird der ÖPNV eingestellt. Bis zum Pegel von 8,20m ist Laubegast nur noch per Fahrrad und PKW erreichbar. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt die Gebäude zwischen Elbe und Österreicher Straße bereits überflutet.

 

Bei Pegel 8,30m ist die letzte Verbindung (Leubener Straße) überflutet. Laubegast ist eine Insel.

 

2002 und 2013 wurden zeitweise Verbindungen zuerst mittels LKW, später mit Booten und Amphibienfahrzeugen eingerichtet. Ob, wann und wo Möglichkeiten bestehen, Laubegast  zu erreichen bzw. verlassen, wurde nicht veröffentlicht.

 

Wer sich für einen Verbleib in Laubegast entschlossen hat, musste darauf gefasst sein

·         ohne Energie

·         ohne Kommunikation

·         ohne Arzt/Pflege

·         ohne Lebensmittelnachschub

vom Wasser für eine unbestimmte Zeit eingeschlossen zu sein.

 

Damit erübrigen sich Fragen nach der Nutzung von Verkehrsmitteln für Arbeits-, Versorgungs- und Freizeitwege. Es gibt keine!

 

Ab einem Pegel von 7m stehen die Laubegaster vor der Frage, wie hoch wird das Wasser steigen und wie kann ich mein Leben organisieren. Besonders schwierig ist die Situation für Ältere und Familien mit Kindern.

 

Es stellt sich die Frage, wo man für mindestens drei Tage unterkommt:

·         bei Angehörigen oder Freunden

·         in Hotels und Pensionen außerhalb von Dresden (in Dresden gibt es in so einer Situation keine freien Kapazitäten)

·         in Notunterkünften

 

Die Frage, wie erreicht man Arbeitsstelle, Schule und anderes bezieht sich dann nicht mehr auf Laubegast sondern auf die Ausweichstandorte.

 

Die Rückkehr kann nach Tagen oder Wochen erfolgen und hängt davon ab:

·         Wie groß sind die Schäden an Gebäude und Wohnraum.

·         Wann wird die Energieversorgung wieder hergestellt und ist die Heizung ggf. wieder nutzbar.

·         Sind die Straßen wieder befahrbar oder kann man Laubegast nur zu Fuß erreichen.

·         Ist das Grundwasser so weit gesunken, dass es nicht mehr in die Gebäude eindringt.

 

Ihre Fragen kann man sehr schnell beantworten:

 

Laubegaster nutzen der Lage wegen eine Mischung aus ÖPNV, PKW und Fahrrad, in seltenen Fällen auch Carsharing.

Dabei ist unerheblich wie oft, wie weit und an welchen Wochentagen die Wege zurückzulegen sind.

Die ÖPNV Anbindung ist gut, ausgenommen an den Wochenenden.

 

Bei Hochwasser steht nicht die Frage nach dem „vermuteten Weg“, sondern nach einer Wohnmöglichkeit außerhalb von Laubegast.

 

Wegen der falschen Fragestellung ist zu befürchten, dass aus den ermittelten Daten ein völlig falsches Bild abgeleitet wird.

 

Ausführliche Informationen zum Thema Hochwasser und Mobilität finden Sie auf meiner Internetseite laubegst-online.de.

 

 

copyright © Renner Dresden

Stand: 07. Dezember 2019

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