Home Impressum Datenschutz Hinweise

Verständlich erklärt
 

Nach oben
3. Z1
4. M30
5. Rettungsweg
6. M30 NEU?
7. Blaues Band
8. Altelbarm
9. Lockwitzbach
10. Grundwasser
11. HW-Schadensbeseitigung
12. Resümee

 

Übersicht Hochwasserschutz Laubegast

Zur Seite: Alle Dokumente
   

Themen

Ergänzende Informationen

1. Bürger, Politik und Verwaltungen

 

 

 

 

 

Nach zwei Jahren erneute Anfrage bei den Parteien zum Hochwasserschutz Laubegast anlässlich der Bundestagswahl 2021

 

 

Offener Brief und Antworten

 

 

Antwort auf eine Anfage vom 15.07.2021 u.a. zu Hochwasserschutz, Evakuierung, operative Gefahrenabwehr, Amphibienfahrzeug-Pendelverkehr und Warnung

 

 

 

20.07.2021 Beschlusskontrolle: Auftrag an den OB zur Information der Bürger zum Hochwasserschutz im Jahr 2015

 

 

2. Hochwasser, das wird schon nicht so schlimm

3. Hochwasserschutz Stromelbe (Z1)

4. Hochwasserschutz Altelbarm (M30)

5. Rettungsweg Salzburger Straße

6. Rettungsweg Leubener Straße = M30 NEU? - Irrtum oder coole Lösung?

7. Dresden Südost, Blaues Band Geberbach

8. Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Abflussgebietes im Altelbarm zwischen Tolkewitz und Zschieren

9. Hochwasserschutz Lockwitzbach
10. Problematik Grundwasser

11. Hochwasserschadensbeseitigung Wehlener Straße - Österreicher Straße (Osttangente)

12. Resümee

 

1. Bürger, Politik und Verwaltungen

Hartmut Ziebs (CDU) ehemaliger Präsident des deutschen Feuerwehrverbandes in der ZDF-Sendung Frontal am 20.07.2021 zur Frage wie lange es dauern wird die Versäumnisse aufzuarbeiten?

"Da bin ich der Hoffnung, das es schneller geht, da haben wir Jahre zu wenig gemacht und ich hoffe, dass jetzt endlich der Bevölkerungsschutz in den Fokus geraden ist, von allen Politikern, und wir endlich mal ernst machen und den Schutz der Bevölkerung auch tatsächlich auf das Niveau heben, wo er hin muss."

Hoffentlich gilt dies auch für den Rettungs-/Evakuierungsweg für Laubegast.

 

Die Flut war im bereits Jahr 2002. Bis 2011 gab es keine Aktivitäten für einen Hochwasserschutz in Laubegast. 2011 fand der Beteiligungsprozess, organisiert vom Ortsamt Leuben in Verbindung mit Laubegaster Bürgern, statt. An einem Wochenende erarbeiten die Laubegaster, mit Unterstützung von Fachleuten, Vorschläge für den Hochwasserschutz. Die Veranstaltung wurde in drei Etappen durchgeführt, Expertenvorträge, Diskussionen in Arbeitsgruppen und Abschlussdiskussion mit Erstellung des Abschluss Dokumentes. Eine sehr gute Veranstaltung informativ, effektiv und professionell. So stellt man sich Bürgerbeteiligung vor. Die Bürger haben geliefert!


Die Teilnehmer sollten regelmäßig informiert werden. Ein Jahr später gab es beim  6. Forum Hochwasserschutz Laubegast vom 05.07.2013 das letzte
Lebenszeichen des Projektes. 2015 hatten die Räte dem Oberbürgermeister den Auftrag erteilt, die Bürger zu informieren. Geschehen ist nichts wie die Beschlusskontrolle vom  20.07.2021 beweist.

 

Der erweiterten Grundlagenermittlung für Z1 (Hochwasserschutz Stromelbe) wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft nicht zugestimmt, mit der Begründung: ein "bedeutender Anteil mobiler Elemente kommt zum gegenwärtigen Bestand hinzu, aber bisher keine rechtliche Klarheit zur Zuständigkeit für Betrieb und Unterhaltung". Allerdings wurden bereits im Abschlussdokument mobile Elemente abgelehnt. Dennoch sollte die Klärung im Rahmen der Novellierung des Sächsischen Wassergesetzes erfolgen. Anfang 2014 waren mit dem neuen Sächsischen Wassergesetz die Voraussetzungen gegeben. Mitte 2021, also 10 Jahre nach Abschluss des Beteiligungsprozesses wurden die Mittel für die erweiterte Grundlagenermittlung freigegen, allerdings ohne Nennung eines Terminablaufes.

21.07.2021:

Quellbild anzeigen  21.07.2012:

"In Laubegast hingegen lässt der Hochwasserschutz nach der Elbe-Flut von 2013 weiter auf sich warten: Das Umweltministerium stellte jetzt Mittel für entsprechende Untersuchungen für bestimmte Flut-Szenarien bereit. Diese könnten 2023/24 durchgeführt, der Flutschutz ab 2025 geplant werden."

Der Hochwasserschutz Altelbarm (M30) sollte 2021/2022 abgeschlossen werden. Bis Anfang Juni 2021 wurde allerdings immer noch kein Planfeststellungsbeschluss erteilte.

Update 20.07.2021

Auslegung der Genehmigungsplanung M30, 1. Tektur, im Zeitraum 20. Juli bis 2. August 2021 IM WEB unter: LDS.Sachsen/Bekanntmachung, Details siehe auch  4. Hochwasserschutz Altelbarm (M30).

Im Jahr 2019 gab es einen Lichtblick. Im Rahmen der Sitzung des Stadtbezirksbeirates wurde das "Konzept zur hochwasserangepassten Gestaltung des Altelbarmes" vorbestellt. Darin enthalten war auch das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie zur Höherlegung der Salzburger Straße West, besser bekannt als Rettungsweg Salzburger Straße (in anderen Dokumenten auch als Evakuierungsweg bezeichnet). Die positive Stimmung hielt nur kurz. Der Zeithorizont für den Beginn der Maßnahme wurde mit 10 Jahren benannt. Im Schreiben  der Bürgermeisterin Frau Jähnigen vom 3. Juni 2020 wurden Hochwasserschutz und Rettungsweg zur „Generationenaufgabe“. Eine schöne Umschreibung für den Sankt-Nimmerleins-Tag.

 

Die Situation Mitte 2021 stellt sich wie folgt dar. Es werden immer neue Projekte eröffnet und neue Abhängigkeiten konstruiert (z.B. Rettungsweg und Z1). Es ist kaum noch möglich die Vorgänge zu überschauen, was offensichtlich das Ziel ist. Kein Projekt wurde beendet. 20 Jahre nach der Flut 2002 gibt es für 12.000 Laubegaster keinen Hochwasserschutz, im Fall von Z1 (Hochwasserschutz Stromelbe) noch nicht einmal eine Planung.

Zur Erinnerung, die Präambel des Abschlussdokuments

 

 

Später wurde erklärt, eine regelmäßige Information der Beteiligten sei aus Datenschutzgründen nicht möglich. Eine Aufnahme in die Brennpunkte der Stadtentwicklung der Landeshauptstadt Dresden wurde mit Hinweis auf die am 08.07.2021 überarbeiteten Seite, nunmehr mit dem Titel "Hochwasserschutz Laubegast, Altelbarm- Maßnahme M30", abgelehnt.

 

Während in Dresden Trippelschritte (M30) als der große Wurf verkauft werden, realisieren Städte wie Grimma den perfekten Hochwasserschutz.

 

Die Laubegaster verfolgen interessiert Hochwasserschutzmaßnahmen im Freistaat. Es ist erstaunlich, was an anderen, vergleichbaren Orten zwischenzeitlich realisiert wurde. Grimma hat einen kombinierten Schutz aus Objektschutz, mobilen- und stationären Anlagen erhalten. Dies ist optisch Anspruchsvoll und stört keinesfalls die Ortsansicht. Im Gegenteil, so mancher Tourist aus hochwassergefährdeten Orten wird sich diese Lösung interessiert anschauen.

 

Stadtteil

Dresden Laubegast

Grimma Innenstadt

Fluss

Elbe

Vereinigte Mulde

Hochwasserereignisse

2002, 2006, 2013

2002, 2013

Schaden

Gesamt Dresden: 1,3 Milliarden €, der Anteil Laubegast dürfte sich in gleicher Größenordnung wie bei Grimma bewegen

 220 Millionen €

Betroffene Einwohner

ca. 12.000

ca. 3.300

Fertigstellung

Grundlagenermittlung hat noch nicht begonnen, ev. 2025

2019

Aufwand Hochwasserschutz

bisher keine Bauleistungen

60 Millionen €

 

Der Hochwasserschutz von Grimma am 29.07.2021:

 

Ein großer Teil der Anlagen befindet sich allerdings im Untergrund. So wurden eine 2km lange Dichtwand und 8 Horizontalfilterbrunnen mit insgesamt 1.500 m Filtersträngen gebaut, welche das Grundwasser aus dem Stadtgebiet ohne Pumpbetrieb durch die Dichtwand in die Mulde ableiten.

 

Warum soll das in Laubegaste nicht auch möglich sein?

 

Die Realisierung der Maßnahmen zum Hochwasserschutz und ein Rettungsweg für 12.000 Laubegaster sind dringend erforderlich. Die Aussagen im Projekt "RAINMAN – Integriertes Starkregenrisikomanagement" sind eindeutig: Im Zuge des Klimawandel ist damit zu rechnen, das Starkregenereignisse in Sachsen häufiger auftreten und an Intensität zunehmen." Die Häufigkeit der Hochwasserereignisse der Elbe von 2002, 2006 und 2013 zeigen, dass dies offensichtlich auch uneingeschränkt für die Einzugsgebiete von Elbe und Moldau in Tschechien gilt.

01.08.2021 Beteiligungsprozess

Im Protokoll der Beschlusskontrolle des Stadtrates vom 20.07.2021 wurde festgelegt:

 

Auszug:

 

Das Ergebnisdokument "Leben mit dem Fluss" liegt seit 10 Jahren auf dem Tisch. Auf 10 Seiten werden darin die Vorstellungen der Laubegaster zu Z1 beschrieben.

 

Noch einmal: Die Bürger haben geliefert!

 

Ausgehend von Grimma könnte es neue Erkenntnisse zum Grundwassermanagement mit Dichtwand und Horizontalfilterbrunnen geben, dafür müssen allerdings Experten und nicht die Bürger befragt werden. Ein Gespräch zwischen den Oberbürgermeistern könnte eventuell hilfreich sein. Dies hätte allerdings schon 2019 zur Einweihung des Hochwasserschutzes in Grimma stattfinden können.

 

Bereits Mitte 2021 und nicht erst 2022 oder später, sollten die Leistungen ausgeschrieben werden.

Statt endlich zu handeln wird Z1 mit einer vorgeschobenen Bürgerbeteiligung erneut verzögert.

 

01.08.2021 Stellungnahme Katastrophenschutzamt

 

Da es in absehbarer Zeit weder einen Hochwasserschutz, noch einen Rettungsweg (Evakuierungsweg) für Laubegast geben wird und sowohl Alarmierung und Evakuierung 2013 unbefriedigend verliefen, wurden an das Katastrophenschutzamt 11 konkrete Fragen u.a. zu Warnung, Evakuierung, operative Gefahrenabwehr und Amphibienfahrzeug-Pendelverkehr gestellt. Die Antwort, welche nach den Extremhochwassern in den westlich Bundesländern versandt wurde, ist erschreckend und ernüchternd.

Auszug:

"Im Übrigen handelt es sich bei Hochwässern der Elbe um Schadensereignisse, deren informatorische Vorlaufzeit durchaus auch Maßnahmen der Eigenvorsorge, bis hin zu einem rechtzeitigen Verlassen des Schadensgebietes, umsetzbar erscheinen lassen. Werden Evakuierungsmaßnahmen durch die betroffene Bevölkerung nicht angenommen, erwächst daraus keine Versorgungspflicht durch die Behörde. Für Laubegast wurden in den vergangenen Hochwässern stets Evakuierungen vorgesehen. Ein Pendelverkehr oder eine Grundversorgung für das evakuierte Gebiet ist hingegen nicht vorgesehen."

Bisher bezog sich Eigenvorsorge nur auf den Objektschutz, nunmehr sind die Menschen eingeschlossen. Hilf dir selbst!

Die Fragen wurden nicht beantwortet.


Auf den nachfolgenden Seiten eine detaillierte Darstellung der einzelnen Projekte und des erreichten Standes im Juni 2021. Dies soll Licht ins Verwaltungsdunkel bringen.

 

Aber erst einmal:

 

2. Hochwasser, das wird schon nicht so schlimm

 

Leider ist dies immer noch oder schon wieder die Meinung vieler Bürger und offensichtlich auch von Politikern und Behörden.

Hochwasser ist wie eine Pandemie im Zeitraffer. Ein extremes Hochwasser wirft das Leben völlig aus der Bahn.

Die Bedrohung von Laubegast entsteht nicht im Osterzgebirge sondern Tschechien. Wenn die Wetterdienste erklären, dass sich ein Tiefdruckgebiet über dem Mittelmeer mit Wasser vollsaugt, dann weiter in Richtung Norden zieht, ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Wenn auf den tschechischen Hochwasserkarten im Einzugsbereich von Moldau und Elbe Symbole großflächig blinken und durch einen Pfeil nach oben ergänzt werden, könnte Laubegast ein Hochwasser drohen. Alle Möglichkeiten der Information sind zu nutzen, denn bis zum Eintreffen der Welle stehen dann nur noch ca. 2 bis 3 Tage zu Verfügung.
 

Bei ca. 7,30 wird der ÖPNV nach Laubegast eingestellt. Kindereinrichtung und Verkaufseinrichtungen schließen. Das öffentliche Leben bricht zusammen.  Bei einem Pegel von 8 Metern und einer Pegelprognose von 8,50m oder mehr, ist der Punkt der Entscheidung gekommen. Werktätige, Kranke und Pflegebedürftige haben keine Wahl, sie müssen Laubegast verlassen. Sofern keine Evakuierung angeordnet wird, steht für alle anderen die Frage, ob sie sich auf eine Woche eingeschlossen von Wasser, ohne Strom, Telekommunikation und ohne Aussicht auf Hilfe ausharren wollen bzw. können. Wenn sie Laubegast verlassen ist Wohnraum außerhalb erforderlich.  Bei einem Pegel von 8,30m1) wird Laubegaster zur Insel. Die letzte Verbindung zur Außenwelt, die Leubener Straße, steht nicht mehr zur Verfügung.
Der Zeitpunkt der Rückkehr hängt von den entstandenen Schäden, den Reparaturen von Heizungen und den elektrischen Anlagen ab, dies kann Tage bis Wochen dauern. Die Zuschaltung des Stroms erfordert eine Prüfung durch Fachunternehmen!
Der ÖPNV steht frühestens eine Woche nach dem Rückgang des Hochwassers zu Verfügung.

Von Außenstehenden wird dieses Szenario oft heruntergespielt. Wer es erlebt hat weiß, dass mehrere Wochen Unsicherheit und Dauerstress anstehen, von materiellen Verlusten ganz zu schweigen.

17.07.2021

Die Extremhochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Mitte Juli 2021 haben wieder einmal gezeigt, mit welcher Brutalität die Natur über die Menschen hereinbrechen kann. Selbst fluterfahrene Sachsen sehen fassungslos die Bilder der Zerstörungen und haben tiefstes Mitgefühl für die Menschen in diesen Regionen. Die Leiden diese Menschen sind unermesslich.

Die Flut im Westen Deutschlands ist eine Kopie der Flut 2002, nur 500 km weiter westlich, verdeutlichte ein Meteorologe am 15.07.2021 bei ntv.
Die Meteorologin Frau Dr. Horneffer erklärte am 16.07.2021 im  ZDF Spezial, bezugnehmend auf eine Untersuchung des Deutschen Wetterdienstes, ein derartiges Ereignis kann überall in Deutschland auftreten.

Nicht nur für Laubegaster ist dies erneut ein Anlass, sich mit dem Thema Hochwasser im jeweiligen Territorium intensiv auseinander zu setzen.

Für Dresdner sind die Hochwasserkarten des Themenstadtplans sehr zu empfehlen.

 

Informationen bei Hochwasser

 

Tschechien

 

Hochwasser, was tun?

 

Pegel Durchflussmenge der Wasserläufe in Tschechien

 

Sachsen

 


Vorbereitung auf ein Hochwasser

 

Dresden

 

Themen > Umwelt > Hochwasser

 

Weiter zu 3. Hochwasserschutz Stromelbe (Z1)

Zurück zur Themenübersicht
Diese Seite und nachfolgende veröffentlicht am 14.07.2021  
 

copyright © Renner Dresden

Stand: 15. Juli 2021

Home Info-Seite Laubegast Foto Galerie Flut 2002

* Homepage des gleichen Autors